Wie viele Wiederholungen sind optimal für den Muskelaufbau?
Diese Frage ist eine der meistdiskutierten in der Fitnesswelt und führt seit Jahrzehnten zu scheinbar klaren Antworten: Wenige Wiederholungen für Kraft, mittlere für Hypertrophie und viele für Kraftausdauer. Doch wie fundiert sind diese Annahmen wirklich?
Die Realität
ist komplexer, als es diese klassischen Kategorien vermuten lassen. Neuere
wissenschaftliche Studien zeigen, dass effektives Muskelwachstum beim
Krafttraining weitaus flexibler ist, als lange angenommen.
Es gibt
grundlegende Prinzipien, die erklären, warum bestimmte Wiederholungsbereiche
effizienter sind als andere und wie Ermüdung, Effizienz und Sicherheit dabei
zusammenspielen.
Wenn du
Kraftsport betreibst, sind dir die folgenden Wiederholungsbereiche sicherlich
vertraut:
- 1 bis 5 Wiederholungen pro Satz für
den Kraftaufbau
- 6 bis 12 Wiederholungen pro Satz für den
Muskelaufbau
- Mehr als 12 Wiederholungen pro Satz für
das Kraftausdauertraining
Diese
Einteilung wurde über Jahrzehnte hinweg weitgehend als Standard akzeptiert und
kaum hinterfragt.
Doch neuere
wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass diese Sichtweise zu eng gefasst
ist. Die Wiederholungszahl für den Muskelaufbau, in der effektive Muskelmasse
aufgebaut werden kann, ist weitaus breiter als bisher angenommen.
Forschungen
zeigen, dass Muskelhypertrophie nicht nur im Wiederholungsbereich von 8 bis 12
auftritt, sondern auch bei Wiederholungszahlen von 3 bis 50 erreicht werden
kann.
Trotz dieser erweiterten Möglichkeiten zeigt eine Meta-Analyse von Lacio et al. (2021), dass extreme Belastungen – sowohl bei sehr niedrigen als auch bei sehr hohen Intensitäten – weniger effizient sein können.
Leichte
Gewichte unter 30 % der Maximalkraft oder extrem schwere Lasten über 90 % der
Maximalkraft führen häufig zu suboptimalen Ergebnissen, da entweder die
Muskulatur nicht gleichmäßig beansprucht wird oder die Trainingsdauer unnötig
in die Länge gezogen wird.
Dennoch
lässt sich festhalten, dass Hypertrophie in einem Bereich von etwa 5 bis 35
Wiederholungen erzielt werden kann, sofern der jeweilige Satz bis zum
Muskelversagen geführt wird.
Dies
bedeutet, dass weder die Anzahl der Wiederholungen noch das verwendete Gewicht
allein ausschlaggebend sind, sondern vielmehr die Gesamtbelastung und die
Aktivierung aller verfügbaren Muskelfasern.
Damit werden
die klassischen Wiederholungsempfehlungen zwar infrage gestellt, aber nicht
vollständig verworfen.
Stattdessen
ermutigen die neuen Erkenntnisse dazu, flexibler mit Wiederholungsbereichen
umzugehen und das Training besser an individuelle Ziele und Bedürfnisse
anzupassen.
Um diese
unterschiedlichen Wiederholungsbereiche beim Muskelaufbau gezielt und effektiv
einzusetzen, ist ein grundlegendes Verständnis des Henneman’schen
Größenprinzips notwendig, das im nächsten Abschnitt genauer erklärt wird.
Das
Henneman’sche Größenprinzip
Das
Henneman’sche Größenprinzip beschreibt, wie der Körper Muskelfasern während
einer Belastung rekrutiert. Dieses Prinzip ist entscheidend, um zu
verstehen, warum bestimmte Wiederholungen in einem Trainingssatz besonders
effektiv für den Muskelaufbau sind, während andere weniger dazu beitragen.
Unser
Nervensystem aktiviert die Muskelfasern nicht gleichzeitig, sondern
stufenweise.
Zunächst
werden die kleineren, ausdauerorientierten Typ 1 Fasern rekrutiert,
da sie weniger Energie benötigen. Mit steigender Belastung oder Ermüdung der
langsam zuckenden Typ 1 Fasern werden nach und nach die größeren,
kraftorientierten Typ 2 Fasern hinzugeschaltet. Diese haben das größte
Potenzial für Hypertrophie.
Ein
Beispiel: Wenn
du einen Satz mit einem Gewicht startest, das maximal für 15 Wiederholungen
ausgeführt werden kann, aktiviert dein Nervensystem zu Beginn nur so viele
Muskelfasern, wie nötig sind, um die Bewegung auszuführen.
Erst mit
fortschreitender Ermüdung kommen die stärkeren Fasern ins Spiel. Erst kurz vor
dem Muskelversagen – also wenn die Bewegung kaum noch ausführbar ist – sind
alle Muskelfasern vollständig rekrutiert.
Die letzten
Wiederholungen eines Satzes, bevor Muskelversagen eintritt, werden dabei als
"stimulierende Wiederholungen" oder "effektive
Wiederholungen" bezeichnet. Sie sind besonders wichtig, da sie die
vollständige Aktivierung der Typ 2 Fasern erfordern. Diese Fasern sind für das
Muskelwachstum am relevantesten.
Lässt du
jedoch mehrere Wiederholungen in der Reserve – zum Beispiel hörst du
fünf Wiederholungen vor dem Muskelversagen auf – bleiben viele Typ 2 Fasern
ungenutzt. Ohne diese vollständige Rekrutierung erhalten sie keinen
Wachstumsreiz und der Satz wird weniger effektiv.
Wie viele
stimulierende Wiederholungen ein Satz tatsächlich enthält, hängt von der
Trainingsintensität ab.
Bei sehr
schweren Gewichten (z. B. über 85 % der Maximalkraft) werden die Typ 2 Fasern
bereits ab der ersten Wiederholung aktiviert. Bei leichteren Gewichten (z. B.
unter 30 % der Maximalkraft) musst du hingegen deutlich mehr Wiederholungen
ausführen und näher ans Muskelversagen gehen, um dieselbe Aktivierung zu
erreichen.
Das
Henneman’sche Größenprinzip zeigt, dass Muskelaufbau in einem breiten
Wiederholungsbereich möglich ist – vorausgesetzt, es wird bis zum
Muskelversagen trainiert. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle
Wiederholungsbereiche gleich effizient sind.
Um die
Trainingszeit optimal zu nutzen, lohnt es sich, die Vor- und Nachteile
verschiedener Wiederholungszahlen abzuwägen, was im folgenden Abschnitt getan
wird.
Ob alle
Wiederholungen wirklich gleich effizient sind, oder ob bestimmte
Wiederholungsbereiche auch Nachteile mit sich bringen, hängt von mehreren
Faktoren ab.
Ein genauer
Blick auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Wiederholungsbereiche
liefert wertvolle Erkenntnisse und hilft dabei, beim Training gezielte
Verbesserungen vorzunehmen.
1.
Ermüdung bei hohen Wiederholungszahlen
Hohe
Wiederholungszahlen erfordern, dass du mehr Zeit aufwenden musst, um in den
Bereich der „stimulierenden Wiederholungen“ zu gelangen. Dieser Prozess
beansprucht nicht nur den Muskel, sondern auch das zentrale Nervensystem (ZNS)
stärker.
Dadurch kann
es zu einer verzögerten Kraftregeneration kommen, was wiederum die Rekrutierung
der Muskelfasern in späteren Einheiten negativ beeinflusst.
Diese
erhöhte Ermüdung ist ein wesentlicher Nachteil im Vergleich zu niedrigeren
Wiederholungszahlen.
2.
Verletzungsrisiko und Wiederholungszahlen
Neben der
Ermüdung spielt auch das Verletzungsrisiko eine wichtige Rolle. Sehr schwere
Gewichte, die typischerweise mit niedrigeren Wiederholungszahlen (z. B. 2 bis 6
Wiederholungen) trainiert werden, belasten Gelenke, Sehnen und Bänder
stärker.
Eine Studie
von Schoenfeld et al. (2014) zeigte, dass schweres Training
mit höheren Lasten (2–4 Wiederholungen) häufiger mit Gelenkproblemen verbunden
ist. In der Studie entwickelten 4 von 10 Teilnehmern in der Gruppe mit schwerem
Training Gelenkprobleme, während in der moderat trainierenden Gruppe (8–12
Wiederholungen) keine derartigen Beschwerden auftraten.
Zudem ist
Powerlifting, das auf sehr hohe Gewichte und wenige Wiederholungen ausgelegt
ist, mit einer etwa doppelt so hohen Verletzungsrate verbunden wie
Bodybuilding.
Das
zeigt, dass schweres Training allein nicht der beste oder sicherste Weg ist,
Hypertrophie zu erzielen – insbesondere bei bestehenden Beschwerden.
Umgekehrt
bergen aber auch sehr hohe Wiederholungszahlen Risiken, vor allem, wenn die
Technik aufgrund von Erschöpfung leidet. Dennoch bieten niedrigere Gewichte in
Kombination mit höheren Wiederholungen bis zum Muskelversagen gerade für
Menschen mit Vorerkrankungen eine sinnvolle Alternative für den
Muskelaufbau.
Der Grund
dafür ist, dass der Muskel trotz sauberer Technik effektiv stimuliert wird,
während das geringe Gewicht den passiven Bewegungsapparat nicht so stark
belastet.
Hierbei
ist eine an die individuellen Umstände angepasste Belastung mit sauberer
Technik entscheidend.
3.
Besondere Anwendungsfälle höherer Wiederholungszahlen
Trotz ihrer
Nachteile können höhere Wiederholungszahlen in spezifischen Situationen
sinnvoll sein.
Zum
Beispiel, wenn im Urlaub, zu Hause oder in Fitnessstudios mit begrenztem
Equipment trainiert wird, können sie die einzige Möglichkeit sein, den Muskel
bis nahe ans Versagen zu bringen.
In diesen
Fällen ist das Training mit mehr Wiederholungen eine praktikable Lösung, um
weiterhin effektive Wachstumsreize zu setzen.
4.
Übungsauswahl: Schweres oder leichtes Training?
Auch die
Wahl der Übung beeinflusst die geeignete Wiederholungszahl. Komplexe
Verbundübungen wie Kniebeugen oder Kreuzheben eignen sich
besser für niedrige bis mittlere Wiederholungszahlen, da sie eine hohe
Stabilisation erfordern und bei höheren Wiederholungen technisch
anspruchsvoller werden.
Zudem
können bei diesen Übungen Schwächen besser kompensiert werden, da mehrere
Muskelgruppen gleichzeitig arbeiten.
Ein
Beispiel: Wenn
bei Kniebeugen Knieprobleme auftreten, wird die Bewegung oft unbewusst
hüftdominanter ausgeführt, um die Belastung auf die Knie zu reduzieren.
Bei Isolationsübungen wie
dem Beinstrecker fehlt diese Anpassungsmöglichkeit, da hier die Last über ein
einziges Gelenk wirkt. Dadurch erhöht sich das Verletzungsrisiko bei sehr hohen
Gewichten. Ähnlich verhält es sich bei Übungen, deren schwerster Punkt am Ende
der Bewegung liegt, wie Seitheben oder viele Zugübungen.
Hier kann
schweres Training schnell zu unsauberer Ausführung führen, wenn Schwung genutzt
wird, um die Bewegung zu erleichtern. Das mindert nicht nur die Effektivität,
sondern erhöht auch das Verletzungsrisiko.
Isolationsübungen
wie Bizepscurls können hingegen auch bei höheren Wiederholungszahlen sicher und
effektiv ausgeführt werden, da sie weniger Stabilisationsanforderungen haben
und die Belastung kontrollierter bleibt.
5.
Zeiteffizienz
Ein weiterer
wichtiger Aspekt ist die Zeiteffizienz. Hohe Wiederholungs-zahlen erfordern
mehr Zeit pro Satz. Wenn du wenig Zeit für dein Training hast, können mittlere
bis niedrige Wiederholungszahlen eine effizientere Wahl sein.
6.
Subjektives Schmerzempfinden
Ein oft
übersehener Faktor bei hohen Wiederholungszahlen ist das subjektive
Schmerzempfinden. Insbesondere bei Übungen für die Beine, wie Kniebeugen, kann
das Training bis zum Muskelversagen mit 15 bis 25 Wiederholungen oder mehr
extrem unangenehm sein.
Dieses
„Brennen“ und der Schmerz erschweren es, die nötige Intensität bis zum Ende des
Satzes aufrechtzuerhalten.
Viele
Kraftsportler empfinden dies als mentale Hürde, die die Effizienz des Trainings
beeinträchtigen kann.
Insgesamt
zeigen diese Überlegungen, dass zwar ein breiter Wiederholungsbereich zwischen
5 und 35 Wiederholungen für den Muskelaufbau genutzt werden kann, nicht alle
Bereiche jedoch gleichermaßen effizient sind:
Niedrigere
und mittlere Wiederholungszahlen bieten oft eine bessere Balance zwischen
Effizienz und Ermüdung, während höhere Wiederholungszahlen in bestimmten
Situationen dennoch ihre Berechtigung haben.
Wenn du
herausfinden möchtest, wie du die Effizienz deines Trainings bewerten kannst
und das nicht nur bei Wiederholungsbereichen, sondern auch bei anderen
Trainingsparametern und Übungen, dann solltest du
das Stimulus-to-Fatigue-Ratio (SFR) kennen.
Was
bedeutet die Stimulus-to-Fatigue-Ratio (SFR)?
Die Stimulus-to-Fatigue-Ratio
(SFR) beschreibt das Verhältnis zwischen:
- Stimulus → dem trainingswirksamen Reiz,
der Muskelwachstum oder Kraftzuwächse auslöst
- Fatigue → der Ermüdung, die dieser Reiz
verursacht (lokal im Muskel und systemisch im ganzen Körper)
Kurz gesagt:
Wie viel Fortschritt bringt eine Übung im Verhältnis zu der Müdigkeit, die
sie erzeugt?
Empfohlener
Wiederholungsbereich für verschiedene Übungen
In der
Fitnesswelt gibt es oft Tendenzen zu einseitigen Ansätzen, wie ausschließlich
mit einer geringen Anzahl an Wiederholungen zu trainieren. Doch wie bei den
meisten Dingen ist ein moderater, differenzierter Ansatz langfristig effektiver
und sicherer.
Der
empfohlene Wiederholungsbereich hängt stark von der Art der Übung, den
verwendeten Gewichten und deinen individuellen Voraussetzungen ab.
Für den
Muskelaufbau bietet es sich an, primär einen Bereich von 6–10 Wiederholungen
anzustreben.
Dabei eignen
sich 6–8 Wiederholungen vor allem für die meisten Verbundübungen, während 8–12 Wiederholungen, gegebenenfalls auch etwas mehr, bei Isolationsübungen und
vielen Zug-Verbundübungen vorteilhaft sind.
Bei
bestehenden Gelenkproblemen oder anderen Einschränkungen, die bei moderat-hohen
Gewichten von 6-12 Wiederholungen Probleme bereiten, können mehr Wiederholungen
mit weniger Gewicht absolviert werden, solange die Übung nahe am Muskelversagen
durchgeführt wird.
Aus
zeitökonomischer Sicht kann in diesem Fall ein Wiederholungsbereich von 12-20
Wiederholungen empfohlen werden.
Wiederholungsbereiche
im Rahmen eines Trainingszyklus' variieren?
Die Frage,
ob es sinnvoll ist, verschiedene Wiederholungsbereiche innerhalb eines
Trainingszyklus zu kombinieren, ist durchaus berechtigt. Die Idee dahinter
basiert auf den unterschiedlichen molekularen und physiologischen Reaktionen,
die verschiedene Wiederholungsbereiche auslösen können.
In der
Theorie könnte eine solche Variation gezielt unterschiedliche Muskelfasertypen
aktivieren und dadurch den Muskelaufbau optimieren.
Die
Theorie hinter der Variation von Wiederholungsbereichen
Typ 1
Fasern, die auf Ausdauerleistungen spezialisiert sind, ermüden langsamer und
gelten allgemein als empfänglicher für höhere Wiederholungszahlen. Typ 2 Fasern
hingegen, die für Schnellkraft- und Maximalkraftleistungen verantwortlich sind,
ermüden schneller und werden oft als besser geeignet für niedrigere
Wiederholungszahlen angesehen.
Diese
Unterscheidung legt die Annahme nahe, dass die Kombination von hohen und
niedrigen Wiederholungsbereichen – z. B. durch Training mit 3 bis 5
Wiederholungen in einer Phase und 20 bis 30 Wiederholungen in einer anderen –
eine gleichmäßigere Beanspruchung aller Muskelfasertypen bewirken könnte.
Obwohl die
Theorie plausibel klingt, liefern Studien keine klaren Beweise für einen
Vorteil variierender Wiederholungsbereiche.
In einer
Studie von Schoenfeld et al. (2016) wurden zwei Gruppen
verglichen:
- Eine Gruppe trainierte konstant
mit 8–12 Wiederholungen
- Die andere Gruppe trainierte mit
einem variablen Wiederholungsbereich von 2–4, 8–12 und 20–30
Das
Ergebnis zeigte keinen signifikanten Unterschied im Muskelwachstum zwischen den
beiden Gruppen.
Eine
Meta-Analyse von Moesgaard et al. (2022) bestätigt diese
Ergebnisse. In der Analyse wurde untersucht, wie sich die systematisch geplante
Variation der Wiederholungszahl (Periodisierung) auf die Muskelhypertrophie
auswirkt. Auch hier zeigte sich kein signifikanter Effekt.
Ein
möglicher Grund für das Ausbleiben statistisch signifikanter Effekte zwischen
verschiedenen Wiederholungszahlen könnte im zuvor angesprochenen Modell der
"stimulierenden Wiederholungen" liegen.
Dieses
besagt, dass unabhängig vom Wiederholungsbereich alle Muskelfasern innerhalb
eines Satzes rekrutiert werden, sofern der Satz bis zum Muskelversagen geführt
wird.
Das
bedeutet, dass die spezifische Wiederholungszahl weniger entscheidend ist,
solange die Intensität des Trainings stimmt.
Auch wenn
die Variation von Wiederholungszahlen keinen zusätzlichen Vorteil bietet,
bleibt die Frage des Trainingsvolumens zentral. Untersuchungen zeigen, dass das
Gesamtvolumen – also die Menge an Arbeit, die über eine Woche hinweg geleistet
wird – einer der wichtigsten Faktoren für die Muskelhypertrophie ist.
In diesem
Kontext sollte die Wiederholungszahl so gewählt werden, dass sie es dir
ermöglicht, genügend effektive Arbeitssätze und damit ausreichend
Trainingsvolumen zu absolvieren, ohne dabei unnötige Ermüdung zu
verursachen.
Demnach
sind laut einer Meta-Analyse von Schoenfeld et al. (2017) mehr
als 10 Arbeitssätze pro Woche pro Muskelgruppe erforderlich, um maximales
Muskelwachstum zu erzielen.
Fazit: Der optimale Wiederholungsbereich für Muskelaufbau
Die
Betrachtung der Wiederholungsbereiche zeigt, dass sowohl hohe als auch niedrige
Wiederholungszahlen bei entsprechender Intensität zu vergleichbaren Ergebnissen
im Muskelaufbau führen können.
Dennoch
bietet ein moderater Bereich von 6 bis 12 Wiederholungen beim
Hypertrophietraining deutliche Vorteile, insbesondere für die Effizienz und die
langfristige Planung deines Trainingsplans.
Dieser
Bereich ermöglicht es dir, schnell in die Zone der stimulierenden
Wiederholungen zu gelangen, ohne unnötige Ermüdung anzuhäufen.
Besonders im
Vergleich zu sehr hohen Wiederholungszahlen ist das Training mit moderaten
Wiederholungen subjektiv weniger belastend und gleichzeitig effizient.
Weniger
Ermüdung führt zu einer schnelleren Regeneration und ermöglicht es, langfristig
eine höhere Trainingsfrequenz oder -intensität aufrechtzuerhalten, was für den
Muskelaufbau von entscheidender Bedeutung ist.
Trotz dieser
Vorteile sollte der empfohlene Bereich von 6 bis 12 Wiederholungen nicht als
strikte Regel verstanden werden. Es gibt zahlreiche Faktoren, die beeinflussen,
welcher Wiederholungsbereich für dich ideal ist. Dazu gehören:
- Übungsauswahl: Einige Übungen, wie
Verbundübungen, profitieren von niedrigeren Wiederholungszahlen, während
Isolationsübungen auch mit höheren Wiederholungen effektiv sein können.
- Individuelle Vorlieben: Dein Training sollte Spaß
machen. Wenn du dich mit anderen Wiederholungsbereichen wohler fühlst, ist
das absolut legitim.
- Verletzungen und
Einschränkungen: Gelenk-
oder Sehnenprobleme können es erforderlich machen, leichtere Gewichte und
höhere Wiederholungszahlen zu verwenden.
- Verfügbares Equipment: Je nachdem, welche Geräte oder
Gewichte dir zur Verfügung stehen, kann es sinnvoll sein,
Wiederholungszahlen flexibel anzupassen.


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