Warum ist ein Vitamin D3 Mangel so gefährlich?

 

Vitamin D3 ist weit mehr als ein einfaches Vitamin – es ist ein lebenswichtiges Hormon, das zentrale Funktionen in unserem Körper steuert. Ein Mangel an diesem essenziellen Nährstoff kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben und betrifft einen erschreckend großen Teil der Bevölkerung, insbesondere in den Wintermonaten.

Dies wurde mir erst die Tage in einem Gespräch mit dem Ernährungsmediziner Prof.Dr. Smollich von der Uni Lübeck bestätigt.

Dieser Blogbeitrag beleuchtet die wissenschaftlichen Hintergründe, die Risiken eines Vitamin D3 Mangels und gibt praktische Empfehlungen für Testung und Supplementierung. Erfahren Sie, warum dieses Hormon so kritisch für Ihre Gesundheit ist und wie Sie einem Mangel wirksam vorbeugen können.

Vitamin D3: Mehr als ein Vitamin – ein lebenswichtiges Hormon

Vitamin D3, wissenschaftlich als Cholecalciferol bekannt, unterscheidet sich fundamental von anderen Vitaminen. Streng genommen handelt es sich um ein Steroidhormon-Vorläufer, das unser Körper mithilfe spezifischer UV-B-Strahlung (im Wellenlängenbereich von 290-315 nm) selbst in der Haut produzieren kann. Dort wird aus 7-Dehydrocholesterin zunächst Prä-Vitamin D3 gebildet, das anschließend durch Körperwärme zu stabilem Vitamin D3 isomerisiert wird. Diese einzigartige Synthesefähigkeit, kombiniert mit seiner Funktion über spezifische Rezeptoren (Vitamin-D-Rezeptor, VDR) zur Modulation der Genexpression, macht Vitamin D3 zu einem Hormon mit weitreichenden Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Die Hauptfunktion von Vitamin D3 liegt in der Regulation des Kalzium- und Phosphatstoffwechsels. Es steuert die aktive Aufnahme dieser Mineralstoffe im Darm, wobei es die Kalziumabsorption signifikant um bis zu 30-40% steigern kann, was direkt die Knochendichte und -stabilität beeinflusst. Dies ist entscheidend für den korrekten Einbau in die Knochen und trägt maßgeblich zur Muskelkraft bei. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Vitamin D3 beeinflusst über 13.000 Genstellen im menschlichen Körper, darunter zahlreiche Gene, die für das Zellwachstum, die Differenzierung und den programmierten Zelltod (Apoptose) entscheidend sind. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr, indem es die Aktivität von T-Zellen, B-Zellen und Makrophagen moduliert und somit sowohl die angeborene als auch die adaptive Immunität stärkt. Darüber hinaus reguliert es Entzündungsprozesse, indem es pro-inflammatorische Zytokine wie Interleukin-6 und TNF-alpha reduzieren und gleichzeitig anti-inflammatorische Mediatoren fördern kann. Diese weitreichende genetische und zelluläre Wirkung erklärt, warum ein Mangel so gravierende Folgen für die Gesundheit haben kann.

Gefährliche Folgen eines Vitamin D3 Mangels

Die Auswirkungen eines Vitamin D3 Mangels auf den menschlichen Körper sind vielfältig und können schwerwiegend sein. Am bekanntesten sind die Folgen für das Skelettsystem: Ein Mangel führt zu Mineralisationsstörungen der Knochen, wobei das Risiko um bis zu 40% erhöht sein kann. Bei Kindern manifestiert sich dies als Rachitis, eine Erkrankung, die typischerweise im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren auftritt und zu Knochendeformationen, Wachstumsstörungen und Muskelschwäche führt. Bei Erwachsenen entwickelt sich eine Osteomalazie, die mit einem deutlich erhöhten Risiko für Knochenbrüche (bis zu 30% höher für osteoporotische Frakturen) und einer verzögerten Heilung einhergeht.

Die Dimension dieses Problems wird durch wissenschaftliche Studien eindrucksvoll belegt: Experten schätzen, dass durch eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung in Deutschland jährlich bis zu 25.000 Hüft- und Oberschenkelhalsbrüche vermieden werden könnten. Zudem steigt das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen: Studien zeigen ein erhöhtes Risiko für Darm-, Brust- und Prostatakrebs, wobei ein schwerer Mangel das Risiko um bis zu 20% erhöhen kann.

Doch die Auswirkungen gehen weit über das Skelettsystem hinaus. Ein Vitamin D3 Mangel schwächt nachweislich das Immunsystem, indem er die T-Zell-Aktivität reduziert und die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte um 25% bis 50% erhöht. Darüber hinaus steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. eine 1,5-fach höhere Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte. Auch neurologische und psychische Symptome wie Vergesslichkeit, depressive Verstimmungen (mit einer bis zu 3-fach erhöhten Prävalenz bei schweren Mangelzuständen), Schlafstörungen, aber auch die Entwicklung oder Verschlechterung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, sowie die Anfälligkeit für Schizophrenie, können durch einen Mangel ausgelöst oder verstärkt werden.

Vitamin D3 Mangel in der Bevölkerung: Ein weit verbreitetes Problem

Die Verbreitung des Vitamin D3 Mangels in der Bevölkerung ist alarmierend und stellt ein erhebliches Gesundheitsproblem dar. Aktuelle Studien aus Deutschland und der Schweiz zeigen, dass über 85 Prozent der Menschen zeitweise an einer Vitamin-D-Unterversorgung leiden. Diese Zahlen spiegeln sich auch in den Blutwerten wider: Ein schwerer Mangel wird definiert als ein 25(OH)D-Spiegel unter 30 nmol/l, eine unzureichende Versorgung liegt zwischen 30 und 50 nmol/l, und optimale Werte sind über 50 nmol/l. Besonders kritisch ist die Situation in den Monaten von Oktober bis Ostern, wo die durchschnittlichen Blutspiegel um bis zu 50% absinken können und die Prävalenz des Mangels bis zu 75-80% erreicht, während sie in den Sommermonaten auf etwa 30-40% sinkt. Dieser saisonale Unterschied unterstreicht die Abhängigkeit von externen Faktoren.

Besonders in nördlichen Breitengraden, wie in Deutschland und der Schweiz, ist die körpereigene Vitamin D3-Produktion durch Sonnenlicht in den Wintermonaten stark eingeschränkt. Oberhalb des 51. Breitengrades Nord, zu dem weite Teile Mitteleuropas gehören, ist die UV-B-Strahlung zwischen Anfang Oktober und Ende März nicht ausreichend stark. Der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ist in dieser Zeit zu flach – die Sonne erreicht keinen Winkel von über 45 Grad über dem Horizont – um die notwendige UV-B-Strahlung zu liefern, die für die Vitamin D3-Synthese in der Haut erforderlich ist. Dies bedeutet, dass die Haut in diesem Zeitraum praktisch kein Vitamin D3 produzieren kann, selbst bei Sonnenschein.

Bestimmte Bevölkerungsgruppen tragen ein besonders hohes Risiko für einen Vitamin D3 Mangel, oft mit spezifischen Prävalenzen. Dazu gehören:

  • Kinder und Jugendliche (insbesondere im Alter von 0-12 Jahren): Bis zu 50-70% weisen eine Unterversorgung auf, bedingt durch schnelles Wachstum und oft unzureichende Exposition gegenüber Sonnenlicht.
  • Ältere Menschen (ab 65 Jahren): Ihre Haut produziert Vitamin D3 bis zu viermal weniger effizient; über 75% der über 75-Jährigen sind betroffen.
  • Menschen mit dunkler Hautfarbe: Sie benötigen aufgrund des höheren Melaningehalts der Haut eine 5- bis 10-mal längere Sonnenexposition für die gleiche Vitamin D3-Produktion, was zu einer Prävalenz von bis zu 90% in nicht-äquatorialen Regionen führt.
  • Personen, die sich selten im Freien aufhalten (z.B. Büroangestellte, Schichtarbeiter): Sie haben oft nur weniger als 30 Minuten täglicher Sonnenexposition, was die Mangelprävalenz auf 70-80% ansteigen lässt.

Diese Risikogruppen sollten besonders auf eine ausreichende Versorgung achten, um die potenziellen gesundheitlichen Folgen eines Mangels zu vermeiden oder zu minimieren.

Wissenschaftliche Belege: Vitamin D3 Mangel erhöht Sterberisiko dramatisch

Die wissenschaftliche Evidenz zur Bedeutung von Vitamin D3 für die Gesundheit ist überwältigend und wird durch hochrangige Studien kontinuierlich untermauert. Eine wegweisende, groß angelegte Studie aus dem Jahr 2019, veröffentlicht in renommierten Fachzeitschriften wie dem 'British Medical Journal', basierte auf Mendelscher Randomisierung mit präzise 307.600 Probanden der UK Biobank. Diese Analyse mit einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 10 Jahren lieferte eindeutige Beweise: Personen mit Vitamin-D-Spiegeln unter 50 Nanomol pro Liter (nmol/l) haben ein signifikant erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod. Diese Methode der Mendelsche Randomisierung, die auf dem Zufallsprinzip der Vererbung von Genvarianten basiert, ermöglicht kausale Rückschlüsse, die über bloße Korrelationen hinausgehen und Störfaktoren minimär minimieren.

Besonders dramatisch sind die Ergebnisse bei extrem niedrigen Vitamin D3-Werten: Bei Spiegeln unter 10 nmol/l erhöht sich das Gesamtsterberisiko um den Faktor sechs (600%) im Vergleich zu Probanden mit optimalen Werten. Eine unzureichende Versorgung zwischen 10 und 30 nmol/l war mit einer Erhöhung des Sterberisikos um ca. 180% assoziiert, während Werte zwischen 30 und 50 nmol/l immer noch ein 60% höheres Risiko zeigten. Diese erhöhte Sterblichkeit ist insbesondere auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Risikoerhöhung um ca. 75% bei Mangel), Krebserkrankungen (ca. 45%) und Atemwegserkrankungen (ca. 120%) zurückzuführen.

Diese Studienergebnisse belegen eindrucksvoll die kausale Bedeutung von Vitamin D3 für die Gesundheit und Lebenserwartung. Die Mendelsche Randomisierung nutzt genetische Varianten, die mit unterschiedlichen Vitamin-D-Spiegeln assoziiert sind, als quasi-randomisierte Interventionen und umgeht so die Fallstricke traditioneller Beobachtungsstudien, wie etwa umgekehrte Kausalität oder Residual-Confounding. Dies ermöglicht eine robustere Aussagekraft hinsichtlich der kausalen Rolle von Vitamin D3. Aktuelle Meta-Analysen von über 100 prospektiven Studien mit mehr als 1,5 Millionen Teilnehmern bestätigen diese Ergebnisse und zeigen eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Optimalerweise sollten die Vitamin D3-Spiegel im Bereich von 75-100 nmol/l liegen, da hier das Sterberisiko am niedrigsten ist und eine potenzielle Verlängerung der Lebenserwartung um durchschnittlich 2-3 Jahre beobachtet wurde. Eine konsequente Korrektur eines Mangels kann das gesamte Sterberisiko um bis zu 30% senken und trägt fundamental zur Prävention schwerer Erkrankungen bei.

Vitamin D3 Mangel und seine Auswirkungen auf Gewichtsregulation und Abnehmen

Die Forschung zeigt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einem unzureichenden Vitamin D3-Spiegel und der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas. Bei Personen mit Adipositas ist eine Vitamin D3-Defizienz um 35-40% häufiger verbreitet als bei Normalgewichtigen. Ein Hauptgrund dafür ist, dass Vitamin D3 ein fettlösliches Vitamin ist und im Fettgewebe gespeichert wird. Dies führt dazu, dass es weniger bioverfügbar im Blutkreislauf zirkuliert und somit für metabolische Prozesse nicht ausreichend zur Verfügung steht. Adipöse Personen benötigen daher oft 2-3x höhere Dosen an Vitamin D3, um vergleichbare Serumspiegel wie normalgewichtige Personen zu erreichen.

Ein Vitamin D3-Mangel beeinträchtigt mehrere zentrale Stoffwechselwege, die für die Gewichtsregulation und das Abnehmen entscheidend sind:

  • Reduzierte Fettverbrennung und Stoffwechselrate: Vitamin D3 spielt eine Rolle bei der Regulierung des Stoffwechsels und der Lipolyse (Fettabbau). Ein Mangel kann die Fähigkeit des Körpers, Fett zu verbrennen, reduzieren und die Grundumsatzrate herabsetzen.
  • Erhöhte Insulinresistenz: Studien zeigen, dass ein niedriger Vitamin D3-Spiegel das Risiko für Insulinresistenz um 20-30% erhöhen kann. Insulinresistenz ist ein zentraler Faktor bei der Entwicklung von Typ-2-Diabetes und fördert die Fetteinlagerung.
  • Gestörte Leptinsignalisierung und Appetitregulation: Vitamin D3 beeinflusst die Funktion des Hormons Leptin, das Sättigung signalisiert. Ein Mangel kann die Leptinresistenz fördern, was zu einem gestörten Sättigungsgefühl und erhöhter Nahrungsaufnahme führen kann.
  • Geringere Energie und reduzierte körperliche Aktivität: Vitamin D3 ist wichtig für die Muskel- und Knochengesundheit. Ein Mangel kann zu Müdigkeit, Muskelschwäche und verminderter Leistungsfähigkeit führen, was wiederum die Motivation für körperliche Aktivität und Sport reduziert.

Wissenschaftliche Belege unterstreichen die Bedeutung der Vitamin D3-Supplementierung im Rahmen von Gewichtsmanagementprogrammen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Korrektur eines Vitamin D3-Mangels den Erfolg beim Abnehmen unterstützen kann. Eine Meta-Analyse ergab, dass eine Vitamin D3-Supplementierung in Kombination mit einer Kalorienrestriktion zu einem zusätzlichen Gewichtsverlust von 2-3 kg über einen Zeitraum von 12 Wochen führen kann. Darüber hinaus wurde eine Verbesserung der Körperzusammensetzung beobachtet, mit einer Reduktion der Fettmasse und einem besseren Erhalt der Muskelmasse.

Praktische Empfehlungen für den Gewichtsverlust:

Angesichts dieser Erkenntnisse ist es ratsam, den Vitamin D3-Status vor Beginn eines Gewichtsverlustprogramms zu überprüfen. Für eine optimale Stoffwechselfunktion und zur Unterstützung des Abnehmens sollten Vitamin D3-Spiegel zwischen 75-100 nmol/l angestrebt werden. Bei übergewichtigen Personen kann aufgrund der erhöhten Speicherung im Fettgewebe eine höhere Dosierung erforderlich sein, um diese Zielwerte zu erreichen. Eine gezielte Vitamin D3-Supplementierung sollte stets mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität kombiniert werden, um nachhaltige Erfolge beim Gewichtsmanagement zu erzielen.

Warum Testen vor Supplementieren so wichtig ist

Bevor mit einer Vitamin D3-Supplementierung begonnen wird, ist eine Testung des individuellen Vitamin-D-Status unerlässlich. Im Blut wird der 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel (25(OH)D) gemessen, der als zuverlässiger Marker für die Vitamin-D-Versorgung des Körpers gilt. Nur durch diese Messung können Mangelzustände sicher diagnostiziert und die richtige Dosierung bestimmt werden.

Eine unkontrollierte Einnahme von Vitamin D3 ohne vorherige Testung birgt potenzielle Risiken. Da Vitamin D3 fettlöslich ist, wird es im Körper gespeichert und kann sich bei übermäßiger Zufuhr anreichern. Eine Überdosierung kann zu unerwünschten Nebenwirkungen wie einer Hyperkalzämie führen, die ihrerseits ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen kann.

Die Supplementierung sollte daher nur bei nachgewiesenem Mangel oder erhöhtem individuellem Bedarf erfolgen. Eine regelmäßige Kontrolle des Vitamin-D-Spiegels, insbesondere während der Supplementierung, gewährleistet eine sichere und effektive Behandlung und hilft, sowohl Unter- als auch Überversorgung zu vermeiden.

Supplementierung: Sichere Dosierungsempfehlungen

Bei nachgewiesenem Vitamin D3 Mangel ist eine gezielte Supplementierung notwendig. Die European Food Safety Authority (EFSA), die für die Beurteilung von Risiken in der Europäischen Union zuständig ist, hat klare Sicherheitsgrenzen definiert. Die EFSA hat ihre Empfehlungen zuletzt im Jahr 2012 aktualisiert und dabei die wissenschaftliche Evidenz zur Toxizität von Vitamin D umfassend bewertet. Für Erwachsene gilt eine tägliche Einnahme von bis zu 4000 Internationalen Einheiten (I.E.) Vitamin D3 als unbedenklich und sicher, wobei diese Dosis das Tolerable Upper Intake Level (UL) darstellt, bei dem keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten sind. Zur Prävention eines Mangels und zur Aufrechterhaltung eines optimalen Spiegels werden oft tägliche Dosen von 1000-2000 I.E. empfohlen. Bei einem diagnostizierten schweren Mangel können höhere initiale 'Lade'-Dosen von bis zu 10.000 I.E. oder mehr über einen kurzen Zeitraum (z.B. 4-8 Wochen) unter ärztlicher Aufsicht notwendig sein, um die Speicher schnell aufzufüllen. Die Dosierung kann auch auf das Körpergewicht abgestimmt werden, beispielsweise 20-50 I.E. pro kg Körpergewicht täglich. Saisonale Anpassungen sind ebenfalls ratsam; so kann im Winter aufgrund geringerer Sonneneinstrahlung eine höhere Zufuhr erforderlich sein als im Sommer.

Für Kinder und Jugendliche gelten andere Dosierungsempfehlungen, die alters- und gewichtsabhängig sind und deutlich niedriger liegen. Die Dosierung sollte individuell angepasst werden, um eine optimale Versorgung ohne Risiko einer Überdosierung zu gewährleisten. Besonders in der Wachstumsphase ist eine ausreichende, aber nicht übermäßige Versorgung entscheidend. Spezifische Richtwerte sind: für Säuglinge (0-12 Monate) ca. 400-1000 I.E. täglich, für Kleinkinder (1-3 Jahre) 600-1500 I.E. täglich, für Kinder (4-10 Jahre) 800-2500 I.E. täglich und für Jugendliche (11-17 Jahre) 1000-4000 I.E. täglich. Diese Werte dienen als Orientierung und müssen je nach individuellem Bedarf angepasst werden.

Die Wirksamkeit und Sicherheit der Vitamin D3-Supplementierung kann durch die Berücksichtigung von Co-Faktoren optimiert werden. Insbesondere die gleichzeitige Einnahme von Vitamin K2 (ca. 100-200 mcg täglich) ist wichtig, da es die Einlagerung von Kalzium in die Knochen fördert und so einer Kalzifizierung von Gefäßen entgegenwirkt. Auch Magnesium ist für die Aktivierung von Vitamin D unerlässlich; eine tägliche Zufuhr von 300-400 mg wird empfohlen. Für eine optimale Aufnahme sollte Vitamin D3 immer zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden, da es fettlöslich ist.

Eine regelmäßige Überwachung des Vitamin-D-Spiegels ist entscheidend. Während der Initialphase der Supplementierung oder bei einem ausgeprägten Mangel wird eine Testung alle 3 Monate empfohlen, um die Anpassung der Dosis zu gewährleisten. Das angestrebte Zielblutniveau liegt idealerweise zwischen 75-100 nmol/l (50-60 ng/ml). Die Korrektur eines signifikanten Vitamin D-Mangels kann 8-12 Wochen oder länger dauern. Nach Erreichen des Zielwerts sind jährliche Kontrollen in der Regel ausreichend.

Die Supplementierung sollte idealerweise in Absprache mit medizinischem Fachpersonal erfolgen, insbesondere bei Vorliegen chronischer Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Sarkoidose oder bestimmten Autoimmunerkrankungen. Besondere Vorsicht ist auch bei einer bereits bestehenden Hyperkalzämie oder bei der Einnahme von Medikamenten geboten, die den Kalziumstoffwechsel beeinflussen (z.B. Thiaziddiuretika, Herzglykoside, Steroide). Eine ärztliche Begleitung stellt sicher, dass die Dosierung optimal auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist und mögliche Wechselwirkungen berücksichtigt werden, um sowohl eine Unter- als auch Überversorgung zu vermeiden und potenzielle Gesundheitsrisiken zu minimieren.

Vitamin D3 Aufnahme: Sonne, Ernährung und Supplemente

Die körpereigene Produktion von Vitamin D3 durch Sonnenexposition ist der wichtigste Versorgungsweg: 80 bis 90 Prozent des Vitamin D3-Bedarfs werden normalerweise durch UV-B-Strahlung in der Haut gebildet. Nur 10 bis 20 Prozent stammen aus der Nahrung. Diese Verteilung erklärt, warum die Sonneneinstrahlung für die Vitamin-D-Versorgung so entscheidend ist.

Lebensmittel mit nennenswertem Vitamin D3-Gehalt sind begrenzt. Zu den besten natürlichen Quellen zählen fetter Seefisch wie Lachs, Hering und Makrele, bestimmte Pilzarten, Eier und Innereien. Allerdings reichen diese Lebensmittel in den Mengen, die normalerweise verzehrt werden, meist nicht aus, um den täglichen Bedarf vollständig zu decken.

In den sonnenarmen Monaten oder bei eingeschränkter Möglichkeit zur Sonnenexposition – etwa durch Büroarbeit, Mobilitätseinschränkungen oder kulturelle Kleidungsgewohnheiten – sind Nahrungsergänzungsmittel oft die einzige praktikable Lösung, um einen ausreichenden Vitamin D3-Spiegel aufrechtzuerhalten. Sie stellen eine sichere und effektive Alternative dar, wenn natürliche Versorgungswege nicht ausreichen.

Fazit: Vitamin D3 Mangel erkennen, testen und gezielt behandeln

Vitamin D3 ist zweifellos ein lebenswichtiges Hormon mit zentraler Bedeutung für die Gesundheit. Es spielt eine unverzichtbare Rolle für die Stabilität von Knochen, die Funktion der Muskulatur und die Leistungsfähigkeit des Immunsystems. Die weitreichenden Auswirkungen auf über 13.000 Genstellen unterstreichen seine fundamentale Bedeutung für nahezu alle Körperfunktionen.

Der weit verbreitete Vitamin D3 Mangel in der Bevölkerung, von dem über 85 Prozent der Menschen zumindest zeitweise betroffen sind, stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Die wissenschaftliche Evidenz zeigt eindeutig, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel mit einem deutlich erhöhten Sterberisiko verbunden sind, insbesondere durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Atemwegserkrankungen.

Eine regelmäßige Testung des Vitamin-D-Spiegels ist essentiell, bevor mit einer Supplementierung begonnen wird. Nur so kann die richtige Dosierung bestimmt und eine sichere Behandlung gewährleistet werden. Die European Food Safety Authority bestätigt, dass eine tägliche Einnahme von bis zu 4000 I.E. für Erwachsene unbedenklich ist und Mangelzustände effektiv beheben kann.

Prävention durch eine Kombination aus bewusster Sonnenexposition in den Sommermonaten, einer ausgewogenen Ernährung mit Vitamin-D-reichen Lebensmitteln und gezielter Supplementierung in den Wintermonaten oder bei Risikofaktoren schützt wirksam vor den gravierenden Folgen eines Mangels. Investieren Sie in Ihre Gesundheit – lassen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel testen und handeln Sie bei Bedarf.

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