Warum ist ein Vitamin D3 Mangel so gefährlich?
Vitamin D3 ist weit mehr als ein einfaches Vitamin – es ist ein lebenswichtiges Hormon, das zentrale Funktionen in unserem Körper steuert. Ein Mangel an diesem essenziellen Nährstoff kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben und betrifft einen erschreckend großen Teil der Bevölkerung, insbesondere in den Wintermonaten.
Dies wurde
mir erst die Tage in einem Gespräch mit dem Ernährungsmediziner Prof.Dr.
Smollich von der Uni Lübeck bestätigt.
Dieser Blogbeitrag
beleuchtet die wissenschaftlichen Hintergründe, die Risiken eines Vitamin D3
Mangels und gibt praktische Empfehlungen für Testung und Supplementierung.
Erfahren Sie, warum dieses Hormon so kritisch für Ihre Gesundheit ist und wie
Sie einem Mangel wirksam vorbeugen können.
Vitamin
D3: Mehr als ein Vitamin – ein lebenswichtiges Hormon
Vitamin D3,
wissenschaftlich als Cholecalciferol bekannt, unterscheidet sich fundamental
von anderen Vitaminen. Streng genommen handelt es sich um ein
Steroidhormon-Vorläufer, das unser Körper mithilfe spezifischer UV-B-Strahlung
(im Wellenlängenbereich von 290-315 nm) selbst in der Haut produzieren kann.
Dort wird aus 7-Dehydrocholesterin zunächst Prä-Vitamin D3 gebildet, das
anschließend durch Körperwärme zu stabilem Vitamin D3 isomerisiert wird. Diese
einzigartige Synthesefähigkeit, kombiniert mit seiner Funktion über spezifische
Rezeptoren (Vitamin-D-Rezeptor, VDR) zur Modulation der Genexpression, macht
Vitamin D3 zu einem Hormon mit weitreichenden Auswirkungen auf unsere
Gesundheit.
Die
Hauptfunktion von Vitamin D3 liegt in der Regulation des Kalzium- und
Phosphatstoffwechsels. Es steuert die aktive Aufnahme dieser Mineralstoffe im
Darm, wobei es die Kalziumabsorption signifikant um bis zu 30-40% steigern
kann, was direkt die Knochendichte und -stabilität beeinflusst. Dies ist
entscheidend für den korrekten Einbau in die Knochen und trägt maßgeblich zur
Muskelkraft bei. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs.
Vitamin D3
beeinflusst über 13.000 Genstellen im menschlichen Körper, darunter zahlreiche
Gene, die für das Zellwachstum, die Differenzierung und den programmierten
Zelltod (Apoptose) entscheidend sind. Es spielt eine zentrale Rolle bei der
Immunabwehr, indem es die Aktivität von T-Zellen, B-Zellen und Makrophagen
moduliert und somit sowohl die angeborene als auch die adaptive Immunität
stärkt. Darüber hinaus reguliert es Entzündungsprozesse, indem es
pro-inflammatorische Zytokine wie Interleukin-6 und TNF-alpha reduzieren und
gleichzeitig anti-inflammatorische Mediatoren fördern kann. Diese weitreichende
genetische und zelluläre Wirkung erklärt, warum ein Mangel so gravierende
Folgen für die Gesundheit haben kann.
Gefährliche Folgen eines Vitamin D3 Mangels
Die
Auswirkungen eines Vitamin D3 Mangels auf den menschlichen Körper sind
vielfältig und können schwerwiegend sein. Am bekanntesten sind die Folgen für
das Skelettsystem: Ein Mangel führt zu Mineralisationsstörungen der Knochen,
wobei das Risiko um bis zu 40% erhöht sein kann. Bei Kindern manifestiert sich
dies als Rachitis, eine Erkrankung, die typischerweise im Alter von 6 Monaten
bis 3 Jahren auftritt und zu Knochendeformationen, Wachstumsstörungen und
Muskelschwäche führt. Bei Erwachsenen entwickelt sich eine Osteomalazie, die
mit einem deutlich erhöhten Risiko für Knochenbrüche (bis zu 30% höher für
osteoporotische Frakturen) und einer verzögerten Heilung einhergeht.
Die
Dimension dieses Problems wird durch wissenschaftliche Studien eindrucksvoll
belegt: Experten schätzen, dass durch eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung in
Deutschland jährlich bis zu 25.000 Hüft- und Oberschenkelhalsbrüche vermieden
werden könnten. Zudem steigt das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen:
Studien zeigen ein erhöhtes Risiko für Darm-, Brust- und Prostatakrebs, wobei
ein schwerer Mangel das Risiko um bis zu 20% erhöhen kann.
Doch die
Auswirkungen gehen weit über das Skelettsystem hinaus. Ein Vitamin D3 Mangel
schwächt nachweislich das Immunsystem, indem er die T-Zell-Aktivität reduziert
und die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte um 25% bis 50% erhöht. Darüber hinaus
steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. eine 1,5-fach
höhere Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck und ein erhöhtes Risiko für
Herzinfarkte. Auch neurologische und psychische Symptome wie Vergesslichkeit,
depressive Verstimmungen (mit einer bis zu 3-fach erhöhten Prävalenz bei
schweren Mangelzuständen), Schlafstörungen, aber auch die Entwicklung oder
Verschlechterung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und
Parkinson, sowie die Anfälligkeit für Schizophrenie, können durch einen Mangel ausgelöst
oder verstärkt werden.
Vitamin
D3 Mangel in der Bevölkerung: Ein weit verbreitetes Problem
Die
Verbreitung des Vitamin D3 Mangels in der Bevölkerung ist alarmierend und
stellt ein erhebliches Gesundheitsproblem dar. Aktuelle Studien aus Deutschland
und der Schweiz zeigen, dass über 85 Prozent der Menschen zeitweise an einer
Vitamin-D-Unterversorgung leiden. Diese Zahlen spiegeln sich auch in den
Blutwerten wider: Ein schwerer Mangel wird definiert als ein 25(OH)D-Spiegel
unter 30 nmol/l, eine unzureichende Versorgung liegt zwischen 30 und 50 nmol/l,
und optimale Werte sind über 50 nmol/l. Besonders kritisch ist die Situation in
den Monaten von Oktober bis Ostern, wo die durchschnittlichen Blutspiegel um
bis zu 50% absinken können und die Prävalenz des Mangels bis zu 75-80%
erreicht, während sie in den Sommermonaten auf etwa 30-40% sinkt. Dieser saisonale
Unterschied unterstreicht die Abhängigkeit von externen Faktoren.
Besonders in
nördlichen Breitengraden, wie in Deutschland und der Schweiz, ist die
körpereigene Vitamin D3-Produktion durch Sonnenlicht in den Wintermonaten stark
eingeschränkt. Oberhalb des 51. Breitengrades Nord, zu dem weite Teile
Mitteleuropas gehören, ist die UV-B-Strahlung zwischen Anfang Oktober und Ende
März nicht ausreichend stark. Der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ist in
dieser Zeit zu flach – die Sonne erreicht keinen Winkel von über 45 Grad über
dem Horizont – um die notwendige UV-B-Strahlung zu liefern, die für die Vitamin
D3-Synthese in der Haut erforderlich ist. Dies bedeutet, dass die Haut in
diesem Zeitraum praktisch kein Vitamin D3 produzieren kann, selbst bei
Sonnenschein.
Bestimmte
Bevölkerungsgruppen tragen ein besonders hohes Risiko für einen Vitamin D3
Mangel, oft mit spezifischen Prävalenzen. Dazu gehören:
- Kinder und Jugendliche (insbesondere im Alter von 0-12
Jahren): Bis zu 50-70% weisen eine Unterversorgung auf, bedingt durch
schnelles Wachstum und oft unzureichende Exposition gegenüber Sonnenlicht.
- Ältere Menschen (ab 65 Jahren): Ihre Haut
produziert Vitamin D3 bis zu viermal weniger effizient; über 75% der über
75-Jährigen sind betroffen.
- Menschen mit dunkler Hautfarbe: Sie benötigen aufgrund des
höheren Melaningehalts der Haut eine 5- bis 10-mal längere
Sonnenexposition für die gleiche Vitamin D3-Produktion, was zu einer
Prävalenz von bis zu 90% in nicht-äquatorialen Regionen führt.
- Personen, die sich selten im
Freien aufhalten
(z.B. Büroangestellte, Schichtarbeiter): Sie haben oft nur weniger als 30
Minuten täglicher Sonnenexposition, was die Mangelprävalenz auf 70-80%
ansteigen lässt.
Diese
Risikogruppen sollten besonders auf eine ausreichende Versorgung achten, um die
potenziellen gesundheitlichen Folgen eines Mangels zu vermeiden oder zu
minimieren.
Wissenschaftliche
Belege: Vitamin D3 Mangel erhöht Sterberisiko dramatisch
Die
wissenschaftliche Evidenz zur Bedeutung von Vitamin D3 für die Gesundheit ist
überwältigend und wird durch hochrangige Studien kontinuierlich untermauert.
Eine wegweisende, groß angelegte Studie aus dem Jahr 2019, veröffentlicht in
renommierten Fachzeitschriften wie dem 'British Medical Journal', basierte auf
Mendelscher Randomisierung mit präzise 307.600 Probanden der UK Biobank. Diese
Analyse mit einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 10 Jahren
lieferte eindeutige Beweise: Personen mit Vitamin-D-Spiegeln unter 50 Nanomol
pro Liter (nmol/l) haben ein signifikant erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen
Tod. Diese Methode der Mendelsche Randomisierung, die auf dem Zufallsprinzip
der Vererbung von Genvarianten basiert, ermöglicht kausale Rückschlüsse, die
über bloße Korrelationen hinausgehen und Störfaktoren minimär minimieren.
Besonders
dramatisch sind die Ergebnisse bei extrem niedrigen Vitamin D3-Werten: Bei
Spiegeln unter 10 nmol/l erhöht sich das Gesamtsterberisiko um den Faktor sechs
(600%) im Vergleich zu Probanden mit optimalen Werten. Eine unzureichende
Versorgung zwischen 10 und 30 nmol/l war mit einer Erhöhung des Sterberisikos
um ca. 180% assoziiert, während Werte zwischen 30 und 50 nmol/l immer noch ein
60% höheres Risiko zeigten. Diese erhöhte Sterblichkeit ist insbesondere auf
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Risikoerhöhung um ca. 75% bei Mangel),
Krebserkrankungen (ca. 45%) und Atemwegserkrankungen (ca. 120%) zurückzuführen.
Diese
Studienergebnisse belegen eindrucksvoll die kausale Bedeutung von Vitamin D3
für die Gesundheit und Lebenserwartung. Die Mendelsche Randomisierung nutzt
genetische Varianten, die mit unterschiedlichen Vitamin-D-Spiegeln assoziiert
sind, als quasi-randomisierte Interventionen und umgeht so die Fallstricke
traditioneller Beobachtungsstudien, wie etwa umgekehrte Kausalität oder
Residual-Confounding. Dies ermöglicht eine robustere Aussagekraft hinsichtlich
der kausalen Rolle von Vitamin D3. Aktuelle Meta-Analysen von über 100
prospektiven Studien mit mehr als 1,5 Millionen Teilnehmern bestätigen diese
Ergebnisse und zeigen eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Optimalerweise
sollten die Vitamin D3-Spiegel im Bereich von 75-100 nmol/l liegen, da hier das
Sterberisiko am niedrigsten ist und eine potenzielle Verlängerung der
Lebenserwartung um durchschnittlich 2-3 Jahre beobachtet wurde. Eine
konsequente Korrektur eines Mangels kann das gesamte Sterberisiko um bis zu 30%
senken und trägt fundamental zur Prävention schwerer Erkrankungen bei.
Vitamin
D3 Mangel und seine Auswirkungen auf Gewichtsregulation und Abnehmen
Die
Forschung zeigt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einem unzureichenden
Vitamin D3-Spiegel und der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas. Bei
Personen mit Adipositas ist eine Vitamin D3-Defizienz um 35-40% häufiger
verbreitet als bei Normalgewichtigen. Ein Hauptgrund dafür ist, dass Vitamin D3
ein fettlösliches Vitamin ist und im Fettgewebe gespeichert wird. Dies führt
dazu, dass es weniger bioverfügbar im Blutkreislauf zirkuliert und somit für
metabolische Prozesse nicht ausreichend zur Verfügung steht. Adipöse Personen
benötigen daher oft 2-3x höhere Dosen an Vitamin D3, um vergleichbare
Serumspiegel wie normalgewichtige Personen zu erreichen.
Ein Vitamin
D3-Mangel beeinträchtigt mehrere zentrale Stoffwechselwege, die für die
Gewichtsregulation und das Abnehmen entscheidend sind:
- Reduzierte Fettverbrennung und
Stoffwechselrate: Vitamin D3 spielt eine Rolle bei der Regulierung des Stoffwechsels
und der Lipolyse (Fettabbau). Ein Mangel kann die Fähigkeit des Körpers,
Fett zu verbrennen, reduzieren und die Grundumsatzrate herabsetzen.
- Erhöhte Insulinresistenz: Studien zeigen, dass ein
niedriger Vitamin D3-Spiegel das Risiko für Insulinresistenz um 20-30%
erhöhen kann. Insulinresistenz ist ein zentraler Faktor bei der
Entwicklung von Typ-2-Diabetes und fördert die Fetteinlagerung.
- Gestörte Leptinsignalisierung
und Appetitregulation: Vitamin D3 beeinflusst die Funktion des Hormons Leptin, das
Sättigung signalisiert. Ein Mangel kann die Leptinresistenz fördern, was
zu einem gestörten Sättigungsgefühl und erhöhter Nahrungsaufnahme führen
kann.
- Geringere Energie und reduzierte
körperliche Aktivität: Vitamin D3 ist wichtig für die Muskel- und Knochengesundheit. Ein
Mangel kann zu Müdigkeit, Muskelschwäche und verminderter
Leistungsfähigkeit führen, was wiederum die Motivation für körperliche
Aktivität und Sport reduziert.
Wissenschaftliche
Belege unterstreichen die Bedeutung der Vitamin D3-Supplementierung im Rahmen
von Gewichtsmanagementprogrammen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die
Korrektur eines Vitamin D3-Mangels den Erfolg beim Abnehmen unterstützen kann.
Eine Meta-Analyse ergab, dass eine Vitamin D3-Supplementierung in Kombination
mit einer Kalorienrestriktion zu einem zusätzlichen Gewichtsverlust von 2-3 kg
über einen Zeitraum von 12 Wochen führen kann. Darüber hinaus wurde eine
Verbesserung der Körperzusammensetzung beobachtet, mit einer Reduktion der
Fettmasse und einem besseren Erhalt der Muskelmasse.
Praktische
Empfehlungen für den Gewichtsverlust:
Angesichts
dieser Erkenntnisse ist es ratsam, den Vitamin D3-Status vor Beginn eines
Gewichtsverlustprogramms zu überprüfen. Für eine optimale Stoffwechselfunktion
und zur Unterstützung des Abnehmens sollten Vitamin D3-Spiegel zwischen 75-100
nmol/l angestrebt werden. Bei übergewichtigen Personen kann aufgrund der
erhöhten Speicherung im Fettgewebe eine höhere Dosierung erforderlich sein, um
diese Zielwerte zu erreichen. Eine gezielte Vitamin D3-Supplementierung sollte
stets mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität
kombiniert werden, um nachhaltige Erfolge beim Gewichtsmanagement zu erzielen.
Warum
Testen vor Supplementieren so wichtig ist
Bevor mit
einer Vitamin D3-Supplementierung begonnen wird, ist eine Testung des
individuellen Vitamin-D-Status unerlässlich. Im Blut wird der
25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel (25(OH)D) gemessen, der als zuverlässiger Marker
für die Vitamin-D-Versorgung des Körpers gilt. Nur durch diese Messung können
Mangelzustände sicher diagnostiziert und die richtige Dosierung bestimmt
werden.
Eine
unkontrollierte Einnahme von Vitamin D3 ohne vorherige Testung birgt
potenzielle Risiken. Da Vitamin D3 fettlöslich ist, wird es im Körper
gespeichert und kann sich bei übermäßiger Zufuhr anreichern. Eine Überdosierung
kann zu unerwünschten Nebenwirkungen wie einer Hyperkalzämie führen, die
ihrerseits ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen kann.
Die
Supplementierung sollte daher nur bei nachgewiesenem Mangel oder erhöhtem
individuellem Bedarf erfolgen. Eine regelmäßige Kontrolle des
Vitamin-D-Spiegels, insbesondere während der Supplementierung, gewährleistet
eine sichere und effektive Behandlung und hilft, sowohl Unter- als auch
Überversorgung zu vermeiden.
Supplementierung:
Sichere Dosierungsempfehlungen
Bei
nachgewiesenem Vitamin D3 Mangel ist eine gezielte Supplementierung notwendig.
Die European Food Safety Authority (EFSA), die für die Beurteilung von Risiken
in der Europäischen Union zuständig ist, hat klare Sicherheitsgrenzen
definiert. Die EFSA hat ihre Empfehlungen zuletzt im Jahr 2012 aktualisiert und
dabei die wissenschaftliche Evidenz zur Toxizität von Vitamin D umfassend
bewertet. Für Erwachsene gilt eine tägliche Einnahme von bis zu 4000
Internationalen Einheiten (I.E.) Vitamin D3 als unbedenklich und sicher, wobei
diese Dosis das Tolerable Upper Intake Level (UL) darstellt, bei dem keine
negativen gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten sind. Zur Prävention eines
Mangels und zur Aufrechterhaltung eines optimalen Spiegels werden oft tägliche
Dosen von 1000-2000 I.E. empfohlen. Bei einem diagnostizierten schweren Mangel
können höhere initiale 'Lade'-Dosen von bis zu 10.000 I.E. oder mehr über einen
kurzen Zeitraum (z.B. 4-8 Wochen) unter ärztlicher Aufsicht notwendig sein, um
die Speicher schnell aufzufüllen. Die Dosierung kann auch auf das Körpergewicht
abgestimmt werden, beispielsweise 20-50 I.E. pro kg Körpergewicht täglich.
Saisonale Anpassungen sind ebenfalls ratsam; so kann im Winter aufgrund
geringerer Sonneneinstrahlung eine höhere Zufuhr erforderlich sein als im
Sommer.
Für Kinder
und Jugendliche gelten andere Dosierungsempfehlungen, die alters- und
gewichtsabhängig sind und deutlich niedriger liegen. Die Dosierung sollte
individuell angepasst werden, um eine optimale Versorgung ohne Risiko einer
Überdosierung zu gewährleisten. Besonders in der Wachstumsphase ist eine
ausreichende, aber nicht übermäßige Versorgung entscheidend. Spezifische
Richtwerte sind: für Säuglinge (0-12 Monate) ca. 400-1000 I.E. täglich, für
Kleinkinder (1-3 Jahre) 600-1500 I.E. täglich, für Kinder (4-10 Jahre) 800-2500
I.E. täglich und für Jugendliche (11-17 Jahre) 1000-4000 I.E. täglich. Diese
Werte dienen als Orientierung und müssen je nach individuellem Bedarf angepasst
werden.
Die
Wirksamkeit und Sicherheit der Vitamin D3-Supplementierung kann durch die
Berücksichtigung von Co-Faktoren optimiert werden. Insbesondere die
gleichzeitige Einnahme von Vitamin K2 (ca. 100-200 mcg täglich) ist wichtig, da
es die Einlagerung von Kalzium in die Knochen fördert und so einer
Kalzifizierung von Gefäßen entgegenwirkt. Auch Magnesium ist für die
Aktivierung von Vitamin D unerlässlich; eine tägliche Zufuhr von 300-400 mg
wird empfohlen. Für eine optimale Aufnahme sollte Vitamin D3 immer zusammen mit
einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden, da es fettlöslich ist.
Eine
regelmäßige Überwachung des Vitamin-D-Spiegels ist entscheidend. Während der
Initialphase der Supplementierung oder bei einem ausgeprägten Mangel wird eine
Testung alle 3 Monate empfohlen, um die Anpassung der Dosis zu gewährleisten.
Das angestrebte Zielblutniveau liegt idealerweise zwischen 75-100 nmol/l (50-60
ng/ml). Die Korrektur eines signifikanten Vitamin D-Mangels kann 8-12 Wochen
oder länger dauern. Nach Erreichen des Zielwerts sind jährliche Kontrollen in
der Regel ausreichend.
Die
Supplementierung sollte idealerweise in Absprache mit medizinischem
Fachpersonal erfolgen, insbesondere bei Vorliegen chronischer Erkrankungen wie
Niereninsuffizienz, Sarkoidose oder bestimmten Autoimmunerkrankungen. Besondere
Vorsicht ist auch bei einer bereits bestehenden Hyperkalzämie oder bei der
Einnahme von Medikamenten geboten, die den Kalziumstoffwechsel beeinflussen
(z.B. Thiaziddiuretika, Herzglykoside, Steroide). Eine ärztliche Begleitung
stellt sicher, dass die Dosierung optimal auf die individuellen Bedürfnisse
abgestimmt ist und mögliche Wechselwirkungen berücksichtigt werden, um sowohl
eine Unter- als auch Überversorgung zu vermeiden und potenzielle
Gesundheitsrisiken zu minimieren.
Vitamin
D3 Aufnahme: Sonne, Ernährung und Supplemente
Die
körpereigene Produktion von Vitamin D3 durch Sonnenexposition ist der
wichtigste Versorgungsweg: 80 bis 90 Prozent des Vitamin D3-Bedarfs werden
normalerweise durch UV-B-Strahlung in der Haut gebildet. Nur 10 bis 20 Prozent
stammen aus der Nahrung. Diese Verteilung erklärt, warum die Sonneneinstrahlung
für die Vitamin-D-Versorgung so entscheidend ist.
Lebensmittel
mit nennenswertem Vitamin D3-Gehalt sind begrenzt. Zu den besten natürlichen
Quellen zählen fetter Seefisch wie Lachs, Hering und Makrele, bestimmte
Pilzarten, Eier und Innereien. Allerdings reichen diese Lebensmittel in den
Mengen, die normalerweise verzehrt werden, meist nicht aus, um den täglichen
Bedarf vollständig zu decken.
In den
sonnenarmen Monaten oder bei eingeschränkter Möglichkeit zur Sonnenexposition –
etwa durch Büroarbeit, Mobilitätseinschränkungen oder kulturelle
Kleidungsgewohnheiten – sind Nahrungsergänzungsmittel oft die einzige
praktikable Lösung, um einen ausreichenden Vitamin D3-Spiegel
aufrechtzuerhalten. Sie stellen eine sichere und effektive Alternative dar,
wenn natürliche Versorgungswege nicht ausreichen.
Fazit:
Vitamin D3 Mangel erkennen, testen und gezielt behandeln
Vitamin D3
ist zweifellos ein lebenswichtiges Hormon mit zentraler Bedeutung für die
Gesundheit. Es spielt eine unverzichtbare Rolle für die Stabilität von Knochen,
die Funktion der Muskulatur und die Leistungsfähigkeit des Immunsystems. Die
weitreichenden Auswirkungen auf über 13.000 Genstellen unterstreichen seine
fundamentale Bedeutung für nahezu alle Körperfunktionen.
Der weit
verbreitete Vitamin D3 Mangel in der Bevölkerung, von dem über 85 Prozent der
Menschen zumindest zeitweise betroffen sind, stellt ein erhebliches
Gesundheitsrisiko dar. Die wissenschaftliche Evidenz zeigt eindeutig, dass
niedrige Vitamin-D-Spiegel mit einem deutlich erhöhten Sterberisiko verbunden
sind, insbesondere durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und
Atemwegserkrankungen.
Eine
regelmäßige Testung des Vitamin-D-Spiegels ist essentiell, bevor mit einer
Supplementierung begonnen wird. Nur so kann die richtige Dosierung bestimmt und
eine sichere Behandlung gewährleistet werden. Die European Food Safety
Authority bestätigt, dass eine tägliche Einnahme von bis zu 4000 I.E. für
Erwachsene unbedenklich ist und Mangelzustände effektiv beheben kann.
Prävention
durch eine Kombination aus bewusster Sonnenexposition in den Sommermonaten,
einer ausgewogenen Ernährung mit Vitamin-D-reichen Lebensmitteln und gezielter
Supplementierung in den Wintermonaten oder bei Risikofaktoren schützt wirksam
vor den gravierenden Folgen eines Mangels. Investieren Sie in Ihre Gesundheit –
lassen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel testen und handeln Sie bei Bedarf.

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